Der Weg zur REHA

Allgemeines
Wie stelle ich einen Antrag?
Welche Kosten trage ich?
Welcher Kostenträger übernimmt die Kosten meiner Reha?

Allgemeines zur Mutter-Kind-Kur
Stationäre Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen (Regeldauer 3 Wochen) gemäß §§ 24 und 41 SGB V kommen in Betracht, wenn durch Risikofaktoren, behandlungsbedürftige Befindlichkeitsstörungen, chronische Erkrankungen oder als Folge eines Gesundheitsschadens nicht nur vorübergehend alltagsrelevante Fähigkeitsstörungen vorliegen. Der Anspruch auf eine stationäre Vorsorge- oder Rehabilitationsmaßnahme setzt voraus, dass
- eine ambulante Krankenbehandlung einschließlich ambulanter Rehabilitationsmaßnahmen nicht ausreicht, um eine Krankheit zu erkennen, zu heilen, ihre Verschlimmerung zu verhüten oder Krank-
heitsbeschwerden zu lindern (§ 40 Abs. 1 SGB V) und dass
- die Krankenbehandlung notwendig ist, um eine Krankheit zu erkennen, zu heilen, ihre Verschlim-
merung zu verhüten oder Krankheitsbeschwerden zu lindern (§ 27 Abs. 1 SGB V).

Häufig tragen Mütter die Hauptlast in der Familie. Viele sind mit dieser Situation überfordert. Die Folgen sind seelische und körperliche Beschwerden. Nicht selten werden hierdurch auch die Kinder krank: Der Teufelskreis nimmt seinen Anfang. Der Ausweg aus Überlastung und Krankheit ist die Mutter-Kind-Kur. Die Kinder können entweder als gesunde Begleitpersonen mit zur Kur (wenn sie zuhause nicht betreut werden können) oder sie werden im Bedarfsfall mitbehandelt.

Allgemeines zur Kinder- und Jugend-Reha
Eine Kinder- und Jugend-Reha (Regeldauer 4 bis 6 Wochen) wird durchgeführt, um die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit wieder herzustellen und ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhin-
dern. Durch den stationären Aufenthalt während einer Reha lernen Kinder und deren Angehörige, besser mit ihrem Krankheitsbild und dessen Folgen umzugehen. Spezifische auf die entsprechen-
den Erkrankungen zugeschnittene gesundheitserzieherische Maßnahmen tragen begleitend zu einer gesundheitsbewussten Lebensführung bei. Hier steht die Behandlung des Kindes im Vordergrund.

Unterschieden wird zwischen Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen. Bei Vorsorgemaßnahmen steht die Verhinderung von Gesundheitsstörungen im Vordergrund, bei Rehabilitationsmaßnahmen werden chronische Gesundheitsstörungen vermindert und der Umgang mit ihnen erleichtert.

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Wie stelle ich einen Antrag?
1. Sie gehen zu Ihrem Kinderarzt (bzw. zu Ihrem Haus- oder Facharzt) und bitten um einen Befundbericht für eine Reha. Er muss die Notwendigkeit für den Kostenträger schriftlich begründen:
- für eine Kinder- und Jugend-Reha die Behandlungsbedürftigkeit Ihres Kindes
- für eine Mutter-Kind-Kur Ihre Behandlungsbedürftigkeit und die Ihres Kindes bzw. Begründung, warum Ihr Kind mit zur Kur fahren muss (kann zu Hause nicht ausreichend betreut werden oder würde die zeitweise Trennung von der Mutter nicht verkraften).
Geben Sie gleich Ihren Klinikwunsch an.

2. Um die Bewilligung des für Sie zuständigen Kostenträgers (siehe Tabelle unten) für eine Reha
zu erhalten, müssen Sie zunächst selbst einen Antrag stellen. Diesem Antrag fügen Sie das ärztliche Gutachten bei, das die medizinische Notwendigkeit der Rehabilitationsmaßnahme bestätigt. Geben Sie auch hier Ihren Klinikwunsch an.

3. Sollte Ihr Antrag vom Kostenträger abgelehnt werden, haben Sie die Möglichkeit Widerspruch einzulegen.

4. Mit der "Kostenzusage" wenden Sie sich bitte an unsere Klinik (Patientenaufnahme), damit wir
mit Ihnen den Termin für den Antritt der Reha abstimmen können. Bitten Sie Ihren einweisenden
Arzt, Ihnen wichtige Befunde für die Reha mitzugeben oder uns zu schicken.
 

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Welche Kosten trage ich?
Eltern brauchen für Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr keinen gesetzlichen Eigenanteil und keine gesetzliche Zuzahlung leisten. Ihr Sozialleistungsträger (z. B. Krankenkasse) übernimmt sämtliche Behandlungskosten sowie die Unterbringung und Verpflegung in der Klinik. Einer mitanreisenden Begleitperson entstehen keine Kosten. Die gesetzliche Zuzahlung für die Mutter/den Vater, sofern sie Patient sind, beträgt 10,- Euro pro Kalendertag.
Liegt ein sogenannter Härtefall vor (Geringverdiener, Arbeitslosenhilfe-, Krankengeld- und Sozial-
hilfeempfänger ) etc., können Sie sich per Antrag von der Zuzahlung befreien lassen oder eine Zuzahlungsminderung beantragen. Bitte wenden Sie sich bei Bedarf an Ihren Kostenträger.

Bei Fahrten zur stationären Vorsorge beträgt die Zuzahlung 10 % (mindestens 5,- Euro, höchstens 10,- Euro) pro Person und Fahrt. Diese Zuzahlungsregelung betrifft auch die Fahrtkosten von Kindern und Jugendlichen, obwohl diese ansonsten von der Zuzahlung befreit sind. Bei der Anreise mit der Deutschen Bahn fahren Kinder bis einschließlich 14 Jahre in Begleitung eines Elternteils kostenlos, wenn diese beim Fahrkartenkauf auf der Fahrkarte eingetragen werden.

Bei Fahrten zur stationären Rehabilitation ist keine Zuzahlung zu leisten.

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Welcher Kostenträger übernimmt die Kosten meiner Reha?
Sie können jederzeit auf eigene Kosten eine Behandlung in Anspruch nehmen. Die meisten Ver-
sicherten haben einen Anspruch auf vollständige oder teilweise Übernahme der Kosten. Innerhalb des deutschen Sozialversicherungssystems ist genau festgelegt, welcher Sozialleistungsträger für welchen Patienten die Kosten trägt bzw. bezuschusst:

  Zuständiger Sozialleistungsträger
Sie sind krankenversichert bzw. Rentner? Ihre Krankenkasse
Sie sind privat versichert? Ihre Versicherung
Sie sind rentenversichert bzw. waren es eine
Zeit lang?
Ihre Rentenversicherung
Sie sind weder kranken- noch rentenversichert, gelten aber nach dem Sozialhilfegesetz als bedürftig? das Sozialamt
Sie hatten einen Arbeits- oder Wegeunfall? Ihr Unfallversicherungsträger oder Ihre Berufsgenossenschaft
Sie sind Kriegs- oder Wehrdienstbeschädigter oder Gewaltopfer? das Versorgungsamt
Sie sind Angehöriger des öffentlichen Dienstes? die Beihilfestelle
(soweit kein anderer Anspruch besteht)

Weitere Sozialleistungsträger können sein:
Jugendamt, Wohlfahrtsverbände, Arbeiterwohlfahrt, Deutscher Familienverband, Landschaftsverbände

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